Ein Schreibtagebuch hilft dir, täglich zu schreiben


Du möchtest ein Buch schreiben, und weißt nicht, wie du dich motivieren kannst, täglich zu schreiben? Ich möchte dir heute meine Methode vorstellen, die mir wirklich geholfen hat: Mein Schreibtagebuch!

Was ist ein Schreibtagebuch und was steht drin?

In diesem Artikel erzähle ich dir, wie ich mein ganz eigenes persönliches Schreibtagebuch entwickelt habe, und warum das auch für dich eine gute Methode sein kann, täglich ins Schreiben zu kommen.





Wie ich begonnen habe, Schreibtagebuch zu führen


Als ich im Frühjahr 2018 begonnen habe, Annas Blut zu schreiben, gelang es mir zunächst nicht sehr gut, täglich zu schreiben. In meinem Job als technische Redakteurin musste ich Artikel schreiben, die zu bestimmten Terminen fertig sein mussten. Daneben gab es eine Menge andere Dinge, die meinen Alltag ausfüllten.

So vieles hat mich in dieser Zeit vom Schreiben abgelenkt, weil es mir wichtiger vorkam als mein erster Roman: Der Hund, der Gassi geführt werden musste, die Küchenschränke, die ich auswaschen sollte, und natürlich auch die netten Abende mit den besten Freundinnen im Kino. Oft stellte ich am Ende eines Monats fest, dass ich oft darüber gesprochen hatte, ein Buch zu schreiben und sehr viel positive Reaktionen darauf erhalten hatte („Wow, das ist ja spannend! Erzähl doch unbedingt, wenn das Buch veröffentlicht ist!“). Letzten Endes hatte ich in dieser Zeit aber kaum beschriebene Seiten fertig gestellt.

Darüber habe ich mich selbst geärgert. Es musste doch eine Möglichkeit geben, dass ich mich nicht täglich mit anderen Dingen beschäftigte anstelle endlich meinen Roman zu schreiben.

In meinem Schreibkurs wurde mir die Aufgabe gestellt, ein Tagebuch über die täglichen Schreibzeiten zu führen. Das fand ich spannend.


Digital oder analog - wie sieht ein Schreibtagebuch aus?


Für das Tagebuch gab es generell zwei Möglichkeiten: Digital oder analog. Ich entschied mich für die altmodische, klassische Version, denn ich wollte meinen Schreibfortschritt immer neben meinem Rechner gut sichtbar liegen haben und habe auch stets gerne darin herumgeblättert.

Ich besorgte mir ein leeres Notizbuch mit Zeilen. Da ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht an den Wert des Tagebuches geglaubt habe, war es noch nicht einmal ein besonders hübsches.



Links mein altes, rechts mein neues Schreibtagebuch


Für mein nächstes Buch habe ich mir ein viel schöneres Notizbuch besorgt, weil ich weiß, dass ich es viel nutzen werde.


Was steht darin?


  • Schreibzeiten: In dem Tagebuch habe ich auf der rechten Seite meine Schreibzeiten notiert.

  • Datum und Uhrzeit: Die Zeit habe ich genau auf 10 Minuten hin erfasst

  • Notizen: In Kurznotizen habe ich vermerkt, woran ich gearbeitet habe. Zu Beginn war das zum Beispiel „Plot Anfang“, oder „Figur Anna charakterisiert“. Später, als der Roman fertig geplant war, stand dort nur noch „Szene 23 fertig“ oder „Szene 30 angefangen“.

  • Gesamtstundenzahl pro Tag: Jeden Abend habe ich zusammengerechnet, wie viele Stunden ich am Tag geschrieben habe und dies unter das Datum geschrieben.

  • Wortzahl: Auch die Wortzahl, die ich geschafft habe, habe ich mir notiert. So konnte ich feststellen, dass ich für 1.000 Wörter ca. 2 Stunden Schreibzeit brauchte – wenn es gut lief!

Die linke Seite des Tagebuches nutzte ich, um Probleme oder Gedankengänge zu notieren, die ich aktuell nicht lösen konnte. So konnte es sein, dass ich den Austausch einer Szene mit einer anderen dort vermerkte, oder mir ein To do aufschrieb, dass ich unbedingt noch zu erledigen hatte (z.B. „Figur Oliver noch nicht genug ausgearbeitet“). Gute Ideen markierte ich mit einem gelben Textmarker.



So sieht das Tagebuch ausgefüllt aus...


Mein Schreibtagebuch in Zahlen


Seiten: 50

Geführt über Zeitraum: 13. August 2018 – 23. Juni 2020

d.h.22 Monate

Arbeitsstunden gesamt 362 h

Geschriebene Seiten 348

Seiten nach Überarbeitung 304

Geschriebene Wörter 88.100



Der Nutzen des Schreibtagebuchs


Was habe ich davon gehabt? Ganz einfach, es hat mich unglaublich motiviert, jeden Tag eine neue Zeile mit Schreibzeiten und Wortzahlen zu füllen. Ich war geradezu süchtig danach, am Ende eines Schreibabschnittes, und selbst, wenn es nur 20 Minuten waren, genau diese Zeit zu notieren und zu überprüfen, wie viele Wörter ich in dieser Zeit geschafft hatte.


Wie du oben in der Aufstellung siehst, war ich fast zwei Jahre mit dem Schreiben von „Annas Blut“ beschäftigt. Weil mir die Dokumentation im Tagebuch so viel Spaß machte, setzte ich mir bald Stundenziele für meine Arbeitswoche. So war es in den letzten Monaten mein Ziel, zehn Stunden pro Woche an meinem Buch zu schreiben. Neben meinem Job, neben meiner Familie, dem Haushalt und Urlauben oder anderen Reisen, war das eine Menge.

Aber das habe ich fast immer geschafft.


Dadurch, dass ich auf der linken Seite des Schreibtagebuchs inhaltliche Gedanken, Probleme und deren Lösungen notiert habe, gibt es nun eine vollständige Dokumentation meines Schreibprozesses. Dieser wird mir auch bei meinem nächsten Roman helfen, denn ich kann mir wieder anschauen, wie ich meine Plot-Probleme gelöst habe, und auch, wie viel Zeit ich für die Figuren Charakterisierung einplanen muss.


Fazit


Stück für Stück ein Buch fertig schreiben


Ich kann mir das Buchschreiben nicht mehr ohne die tägliche Dokumentation in meinem Schreibtagebuch vorstellen. Ich weiß, dass dieses kleine Buch mich so sehr motiviert, dass ich vielleicht meine Prioritäten an dem einen oder anderen Tag auf das Schreiben lege, um doch noch die geplante Schreibzeit meiner Woche zu erreichen.

So wird mich mein (neues) Schreibtagebuch nun auch bei meinem zweiten Roman begleiten.


Wie ist das bei dir, hast du auch schon einmal Tagebuch über dein Schreiben geführt? Wenn nicht, versuche es doch einmal, und berichte mir gerne darüber, ob es auch bei dir geklappt hat und welche Erfahrungen du damit gemacht hast!


Bilder: Bild von CharuTyagi und von Gerd Altmann auf Pixabay und privat


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