Ein Hund im Buch – die wahre Geschichte hinter Lola

Bücher mit Hunden gibt es viele.



Es gibt Hundebücher für Kinder, richtige Hunderomane, die aus der Sicht des Hundes geschrieben sind, und es gibt viele Ratgeber für Hundebesitzer. Aber Romane, in denen ein Hund vorkommt, findet man selten. „Annas Blut“ ist einer davon, und ein Hund hat hier eine wichtige Bedeutung

Ich möchte dir heute Lola vorstellen, meine Berner Sennen Hündin, die vor zehn Jahren zu uns kam und die für mich eine wichtige Rolle in meinem Leben gespielt hat. Wenn du diesen Artikel gelesen hast, wirst du verstehen, warum ich Lola in Annas Geschichte mit aufgenommen habe. Und warum sie in dieser Geschichte zur Mentorin, tierischen Freundin und Seelenhund von Anna wird.


Die Geschichte von Lola, unserer Hündin


Wir hatten noch 50 Kilometer bis Frankfurt zu fahren. Bald war es soweit, und wir bekamen einen Hund. Im Februar vor zehn Jahren habe ich eine Anzeige in der Zeitung gelesen: „Berner Sennen Hündin, neun Monate alt, verspielt, aus Notlage heraus abzugeben. Lola kann bereits Sitz und Platz.“

Ich hatte diese Anzeige gelesen und meinem Mann davon erzählt. Schon als Kind hatte ich mir einen Berner Sennenhund gewünscht, einen dieser großen schwarzen Bären mit den weißen Pfoten und dem Kuschelfell.

Als wir bei der jungen Besitzerin waren, stand unsere Entscheidung schnell fest. Lola war quirlig, stürmisch, aber fröhlich. Sie setzte sich bald neben meinen Mann und legte ihm ihre große Pfote auf das Knie. Sie hatte uns adoptiert!


Wir konnten sie direkt mitnehmen und Zuhause angekommen, zerkaute sie zunächst alles, was nach einem Stöckchen aussah. Die ersten Tage mit Lola waren hart für mich. Ich hatte eine Woche zuvor die Diagnose MDS bekommen, eine Vorform einer Leukämie und sollte bald zu einer Knochenmarktransplantation ins Krankenhaus gehen. Ich war dementsprechend schlapp und zugleich ängstlich, denn diese Therapie war kein Zuckerschlecken, das wusste ich schon.

Die Zeit bis zum Krankenhaus nutzte ich, um mit Lola zur Hundeschule zu gehen. Der Hundetrainer zog die Augenbrauen hoch und meinte: „Das wird aber schwierig. Ein fast erwachsener, stürmischer Berner, den Sie kaum halten können. Wie wollen Sie das bewältigen?“


Die ersten Tage mit Lola


Doch Lola baute Schritt für Schritt eine enge Beziehung zu mir auf. Ich ging so viel ich konnte mit ihr in den Wald, zunächst an der Leine, dann, schon nach ein paar Tagen, stückweise ohne Leine. Abends, wenn ich schwach auf dem Sofa lag, setzte sie sich neben mich und sah mich mit ihren dunklen Espresso-Augen an. Ihre Anhänglichkeit tröstete mich über meine Sorgen über die bevorstehende Krankenhauszeit hinweg. Ich hatte ja eine neue Freundin. Es gab etwas, worauf ich mich freuen konnte nach der Therapie. Wenn ich wieder gesund wäre, wollte ich den ganzen Tag mit ihr verbringen und ihr meine ganze Welt nahe unserem Zuhause zeigen.

Wenig später begab ich mich ins Krankenhaus. Ich blieb sechs Wochen dort und durfte außer meinem Mann und den Pflegern niemanden sehen. Täglich sehnte ich mich nach Lolas tiefem, dunklem Blick aus ihren sanften Augen und ihren tapsigen, großen Pfoten.

Ich überlebte die Knochenmarktransplantation, mein Bruder war mein Spender. Die Zellen wuchsen schnell an und ich durfte geschwächt wieder nach Hause. Lola warf mich mit einem Satz um. Mit meinen 49 Kilogramm wog ich einige Kilo weniger als mein Hund.

Danach dauerte es einige Monate, bis ich so stabil war, um wieder alleine nach draußen zu gehen. Lola war immer an meiner Seite, lag auf dem Teppich neben meinem Bett und legte ihre Pfote das eine oder andere Mal auf meine Brust.



Ich bekam eine Komplikation, eine heftige Abstoßungsreaktion meines Körpers. Diese machte es erforderlich, dass ich mich weiter vor sozialen Kontakten schützen musste. Ich war viel alleine und durfte nicht unter Menschen gehen. Lola wurde zu meiner Fitness-Trainerin, die mir über viele Monate hinweg half, wieder mobil zu werden. Sie sorgte nicht nur dafür, dass ich mich täglich bewegte, sie war auch meine ständige Begleiterin, die mich immer wieder zum Lachen brachte. An ganz schlechten Tagen, an denen ich an Schmerzen litt, drückte ich mein Gesicht in ihr weiches Fell und spürte ihren warmen Atem an meiner Wange.


Lola war mein Therapiehund


Lola half mir allein durch ihre Anwesenheit über die schweren Monate nach meiner Transplantation hinweg. Durch die Spaziergänge mit Lola wurde ich physisch kräftiger, und dadurch ging es mir auch psychisch wieder besser. Bald konnte ich wieder anfangen zu arbeiten und spürte, dass ich meine Gesundheit langsam wiedererlangt hatte.

Als Lola sechs Jahre alt war, fand ich bei ihr geschwollene Lymphknoten. Die Tierärztin diagnostizierte Lymphdrüsenkrebs – eine ganz ähnliche Erkrankung wie ich Jahre zuvor. Das Leben spielt manchmal merkwürdige Kapriolen.



Lola schlief im Dezember 2016 in meinen Armen ein. Ich dankte ihr von Herzen, mir durch die schwierigste Zeit meines Lebens geholfen zu haben. Sie fehlt mir immer noch jeden Tag.















So wurde "Annas Blut" zu einem Buch mit einem Hund

Als ich die Geschichte von Anna Wunderle begann zu schreiben, wusste ich noch nicht, wie die Geschichte enden sollte.

Es gibt nach einer Knochenmarktransplantation mit einer chronischen Abstoßungsreaktion kein Ende, keine schnelle Heilung, Aber ich wollte zeigen, dass Anna sich nach ihrer Krankheit erholt und dass sie sich wieder zurück in ein lebenswertes Leben kämpft. Was lag da näher, als ihr eine Mentorin, eine Helferin in dieser schweren Zeit zur Seite zu stellen.

So widmete ich den zweiten Teil von „Annas Blut“ der Berner Sennenhündin Lola. Anna findet Lola verletzt im Wald, darf sie behalten und gesund pflegen. Im Gegenzug wird Lola zu Annas tierischer Freundin und hilft ihr, sich auf sich selbst zu besinnen und durch ihre neue Liebe zur Natur, wieder gesünder zu werden und das Leben wieder zu lieben.

Wie die Beziehung von Anna und Lola sich entwickelt und was Lola Anna am Ende bedeutet, das findest du in den Kapiteln 29 bis 57.

Lola hat das letzte Wort in „Annas Blut".





„Anna warf einen letzten Blick auf die Nordsee. „Lola, sollen wir nach Hause fahren?“

Lola schaute sie an. Anna hätte wetten können, sie nickte mit dem Kopf.“


Hast du auch Erfahrungen mit Hunden? Vielleicht hast du selbst seit Jahren einen treuen Vierbeiner, der dich schon lange begleitet. Schreib mir doch gerne, was du für einen Hund hast und was er dir bedeutet!



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