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Self publishing oder Verlag? Wie veröffentliche ich mein Buch

Stell dir vor, du hast einen Roman bei einem Verlag veröffentlicht, und plötzlich wird das Buch nicht mehr gedruckt…


Self-Publishing oder Verlag?
Self Publishing oder Verlag?

Nicht gut – das dachte ich auch. Und das ist der Grund, weshalb mein Roman „Annas Blut“ nun in einer völlig überarbeiteten Neuauflage erschienen ist. Wie es dazu kam, und was es bedeutet, einen Roman im Self publishing zu veröffentlichen, das erfährst du in meinem Artikel.


Teil 1: "Annas Blut" wird im Verlag veröffentlicht

Annas Blut ist ein Entwicklungsroman, eine Geschichte über eine lebenslustige Wettermoderatorin, die durch eine Leukämie-Diagnose mitten aus ihrem hektischen Leben gerissen wird und zunächst alles verliert. Es ist die Geschichte einer Krisenbewältigung, in der Anna sich nicht unterkriegen lässt und sich langsam wieder in ein neues, spannendes Leben zurückkämpft. Hier findest du mehr zum Hintergrund, warum ich dieses Buch geschrieben habe.

Im Dezember 2020, mitten in der Corona Zeit erhielt ich eine Mail von dem Simon Verlag in Berlin. Frau Simon hatte in einer Veranstaltung meiner Schreibdozenten von meinem Buch erfahren und war interessiert. Nach ein paar Telefonaten und Mails wurde mein Roman im April 2021 vom Simon Verlag veröffentlicht. Der Tag, als die Kiste mit meinen Autorenexemplaren bei uns zuhause ankam, war mein Glückstag. Ich strahlte wie ein Honigkuchenpferd, als ich mein erstes selbst geschriebenes Buch, von einem Verlag gedruckt und gebunden, in Händen hielt.


Annas Blut - Simon Verlag, Berlin
Ich freue mich über mein erstes veröffentliches Buch - 2021

Vor- und Nachteile einer Verlags-Veröffentlichung

Vorteile:

  • Mein Buch wurde lektoriert, eine Korrektorat vorgenommen, die Kosten für das Cover und den Druck übernahm der Verlag.

  • Der Verlag hatte 2023 einen Stand auf der Leipziger Buchmesse und ich durfte eine Lesung im Plenum halten.

Nachteile:

  • Ich hatte kein Mitspracherecht mehr. Mein befreundeter Grafiker erstellte mir mehrere Vorschläge für ein Cover für Annas Blut. Mein Herz hüpfte in alle Himmelsrichtungen, als ich sie von ihm erhielt. Die Verlegerin lehnte sie alle wortlos ab. Stattdessen gab es ein nichtssagendes abstraktes Foto auf Annas Blut.

Du kannst dir vorstellen, dass ich schwer geschluckt habe, als ich dieses das erste Mal sah. Aber es half nichts, der Verlag hat das Sagen.

  • Der Verlag machte wenig Werbung. Und dies überwiegend in Berlin.Damit konnte ich gut umgehen, ich lernte, wie man ein Buch auf Instagram oder Facebook bekannt macht, ich meldete Lesungen im regionalen Raum Aachen an, ich sprach und schrieb überall in meinem Bekanntenkreis von meinem Buch. Die Bücher, die ich über mich verkaufte, waren in den ersten Monaten sofort weg. Ich bekam sehr gutes Feedback zu dem Roman.

  • Ich bekam kein Honorar für das Buch. Der Autorenvertrag enthielt eine Klausel, in der ich erst nach Kompensation der für den Verlag angefallenen Kosten, ein geringes Honorar von 7,5 % pro Buch erhalten sollte. Wann diese Kosten erreicht worden waren, das erfuhr ich nie.

  • Wie viele Bücher tatsächlich insgesamt verkauft wurden, das erfuhr ich nicht. Auch auf Anfragen gab der Verlag mir keinen Einblick in die Verkaufszahlen. Das demotivierte mich und ich verlor das Interesse, mein Buch weiter zu bewerben. Wozu auch – ich bekam pro Buch Null Cent, und meine Zeit steckte ich lieber in das Schreiben meines zweiten Romans.

  • Es wurde plötzlich nicht mehr gedruckt: Im Sommer 2023 war das letzte Exemplar meines Romans verkauft worden. Der Verlag versprach, eine neue Auflage zu drucken. Ich wartete 9 Monate auf die neuen Bücher – nichts passierte. Meine Anfragen dazu wurden nicht mehr beantwortet. Der Verlag hatte personelle Engpässe, die Verlegerin gesundheitliche Probleme. Im Internet las ich, dass der Simon Verlag nicht mehr war.

Teil 2: Ich brauche eine Neuauflage von "Annas Blut"

Da viele Leser und Leserinnen, besonders Menschen mit einer Leukämie-Diagnose und nachfolgender Stammzelltransplantation, von meinem Roman erfahren haben, bekam ich viele Anfragen, wo man denn Annas Blut bestellen könnte. Das war eine schwierige Situation für mich – ich wollte meine Leser natürlich nicht enttäuschen, aber mir waren die Hände gebunden.

Im Frühjahr 2024 gelang es mir, meinen Autorenvertrag zu kündigen. Ich musste mein Buch wieder verfügbar machen – so viel Arbeit, so viel Herzblut, doch es lag sozusagen in einer Schublade, wo niemand mehr dran kam.


Wie veröffentliche ich neu? Self publishing - wie geht das?

Die Möglichkeit des Self publishing, also unabhängig von einem Verlag, geisterte schon lange in meinem Kopf herum. Seit vielen Jahren gibt es diese Möglichkeit für Autoren, durch die digitale Druckweise. Anbieter dazu gibt es viele, z.b. Amazon kindle publishing, Books on demand oder tolino Media, nur um einige zu nennen.

Es ist sehr schwierig, sich in diesem Self publishing Dschungel zurechtzufinden, deshalb belegte ich kurzerhand einen Online Kurs (Schreibtrainerin, sehr zu empfehlen) und konnte mich auf Basis des neuen Wissens entscheiden, wie es weiterging.


Vorbereitung meines Manuskripts: Die nächsten Schritte

Ich sorgte dafür, dass mein Text komplett korrekturgelesen wurde. Dabei halfen mir erfahren Korrektoren.

Der Text muss für eine Selbst-Veröffentlichung komplett neu gesetzt werden. Das geht z.B. mit BoD als Dienstleister. Ich bekam jedoch eine sehr liebe Mail von einer Grafikerin, die über mein Thema auf mein Buch gestoßen war, sie war als Angehörige vom Thema Stammzelltransplantation selbst betroffen. Wir hatten einen sehr netten Kontakt und sie gestaltete mir daraufhin einen wunderbaren Buchsatz.


Buchsatz von Annas Blut
So sieht der neue Buchsatz des Textes aus


Die Cover-Vorschläge von vor vier Jahren hatte ich noch in der Schublade. Zum Glück war mein Grafiker von damals noch aktiv und entwickelte mir mein Herzenscover in Rekordzeit. Endlich bekam „Annas Blut“ das Aussehen, was ich mir so lange gewünscht hatte.


Cover von dem Roman Annas Blut
Hier siehst du das neue Cover von Annas Blut

Wie geht das - Hochladen eines Manuskripts?

In der Zwischenzeit beschäftigte ich mich mit meinem Anbieter, Books on demand, Die Plattform ist im Internet Auftritt ein wenig unübersichtlich. Ich verbrachte Stunden damit, herauszufinden, was ich wann wo vorzubereiten hatte, und wie ich die Daten zu meinem Buch, inbesondere die Kategorien, unter denen „Annas Blut“ in den Online Shops zu finden sein sollte, zusammenstelle.


An einem Samstag war es soweit. Ich hatte den Text, das Impressum, das Cover, die Buchdaten (Preis, Format, Seitenzahl, Kategorien und vieles mehr) zusammen.Als ich alles hochlud, war ich so nervös, dass ich meinen Mann und meinen Sohn bat, hinter mir zu stehen, um mich zu beruhigen.

Es war nur ein Klick. Dann war mein Buch im Veröffentlichungsprozess. Man versprach mir, dass in zwei bis drei Wochen mein Probeexemplar mich erreichen würde.


Die Veröffentlichung

Nach zwei Wochen hielt ich mein Probeexemplar in den Händen. Das Buch ist sehr schön in der Haptik, man nimmt es gerne in die Hand, und beim Aufblättern entdeckt man den gut gesetzten Text in einer angenehmen Größe. Ich gab das Probeexemplar frei. Am 3. Juli erhielt ich abends eine Mail von BoD, dass mein Buch nun online erhältlich war. Diese Veröffentlichung ging viel schneller als ich erwartete.Seit dem 5. Juli ist Annas Blut auch über amazon erhältlich, genauso wie in allen Buchläden mittels Bestellung über die ISBN Nr. 978-3-7597-5006-8.


"Annas Blut" ist wieder da!


Annas Blut in der Neuauflage über Self Publishing
Das Probeexemplar von Annas Blut

Mein Fazit nach dem Self publishing

Meine Reise als Erst-Autorin hat viele, viele Learnings für mich gebracht. Wenn du dich auch mit der Frage beschäftigst, Self publishing oder Verlag, dann schaue dir gerne an, was ich gelernt habe:


  • Verlagsvertrag: Bitte lese einen Verlagsvertrag, den du angeboten bekommst, genau durch. Schaue nicht nur auf das Honorar – viel wichtiger ist, wie du den Vertrag kündigen könntest. Klauseln, in denen das nur schwammig und unkonkret geschildert ist, musst du ändern lassen! Hilfreich dabei ist der Standardvertrag von der Autoren Welt.

  • Ein Verlag übernimmt viele Kosten, die einen Erstautor erst einmal abschrecken. Kosten für Cover, Buchsatz, Lektorat und Korrektorat übersteigen bei einem 300 Seiten Manuskript schnell 3.000- 4.000 Euro. Dieser Vorteil gegenüber dem Self publishing ist nicht von der Hand zu weisen. Lasse dir bitte nicht einreden, dass du ein Manuskript ohne professionelle Hilfe (und damit ohne diese Kosten) gewinnbringen selbst veröffentlichen kann. Leser mögen keine unprofessionellen Bücher und kaufen sie nicht.

  • Self Publishing ist einfach, wenn du dich darüber informierst, wie es geht. Du musst vorher entscheiden, welche Plattform am besten zu dir und deinem Buch passt, und danach die Buchdetails festlegen. Dann ist es ganz einfach 😊

  • Self publishing kostet (siehe oben). Aber hier helfen Profis, die du vielleicht persönlich kennt, gerne aus. Gegen Honorar, aber vielleicht zu einem Freundschaftspreis.

  • Mein Ergebnis ist überzeugend: Annas Blut gefällt mir nun viel besser als in der Verlagsauflage. Schaut selbst….


Annas Blut Vergleich von zwei Auflagen
Hier der Vergleich - Annas Blut vom Verlag und in der Neuauflage (BoD)



Die Einfachheit, mit der ich Annas Blut nun wieder für meine Leser und Leserinnen verfügbar gemacht habe, überzeugt mich sehr von dieser Möglichkeit. Ich bin total glücklich über meine Neuauflage. Es wird wohl nicht das letzte Buch sein, dass ich über Self Publishing veröffentliche.


Hast du Fragen rund um dieses Thema – Verlag oder Self Publishing? Dann schreibe mir gerne in den Kommentaren oder einfach eine Mail.

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